Was ist gesunde Ernährung?

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“, heißt es in einem alten Sprichwort. Mediziner und Ernährungswissenschaftler haben die Wirkung von Nahrung auf Körper und Psyche genauer untersucht und haben besonders bei Obst und Gemüse Erstaunliches entdeckt.

So sind Tomaten nicht nur der Deutschen liebstes Gemüse. Ihr hoher Vitamin-C-Gehalt schützt auch vor Zellschäden. Sie sind reich an Kalium, ein wichtiger Mineralstoff für Muskeln und Nerven. Dazu wirken in der Tomate gelbrote Farbstoffe, allen voran das Beta-Carotin, die Vorstufe von Vitamin A, und Lykopin. Diese Sekundären Pflanzenstoffe mindern das Krebsrisiko, schützen vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen und stärken die Abwehrkräfte. Kein Wunder, dass Experten empfehlen, mehr Obst und Gemüse zu essen.

Mikronährstoffe in Obst und Gemüse

Wer viel und regelmäßig Obst und Gemüse isst, kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und manche Krebserkrankungen senken. Bekannt ist beispielsweise die besondere Schutzwirkung von Kohlgemüse, dunkelgrünem Blattgemüse, von rotem und gelbem Gemüse und von Obst. Eine Vielzahl an Vitaminen, Ballaststoffen, Mineralstoffen und Sekundären Pflanzenstoffen darin beeinflussen Immunsystem und Cholesterinspiegel. Sie können freie Radikale, Viren und das Wachstum von Pilzen und Bakterien hemmen sowie die Knochen vor Osteoporose schützen.

Sekundäre Pflanzenstoffe: klein aber oho

In den letzten Jahren hat sich die Wissenschaft verstärkt auf die Erforschung der Sekundären Pflanzenstoffe unter den Mikronährstoffen konzentriert. Diese kleinen Wunder der Natur dienen Obst, Gemüse und Pflanzen als Farbpigmente, Wachstumsregulatoren, Boten- und Schutzstoffe. Experten schätzen, dass es 60.000 bis 100.000 davon gibt. Wir nehmen davon mit der Nahrung rund 10.000 verschiedene auf. Das sind je nach unseren Ernährungsgewohnheiten etwa 1,5 g pro Tag. Manchmal nehmen wir sogar mehr Sekundäre Pflanzenstoffe als bestimmte Vitamine auf. Vitamine und Mineralstoffe sind essenzielle Nährstoffe, Sekundäre Pflanzenstoffe nicht, das heißt sie sind nicht lebensnotwendig, fördern aber aktiv die Gesundheit.

Sekundäre Pflanzenstoffe können wir sehen, riechen und schmecken. Carotinoide geben rot-gelben Gemüsearten ihre Farbe, Flavonoide färben Rotkohl oder blaue Weintrauben. In Zwiebeln riechen wir deutlich die schwefelhaltigen Verbindungen: Sulfide. Glucosinolate verleihen Kohl, Meerrettich und Senf ihren typischen Geschmack.
Wir spüren die bioaktive Wirkung Sekundärer Pflanzenstoffe auch in Kaffee oder Tee, denn Koffein regt den Kreislauf an. Unsere Vorfahren nutzten bei Husten und Mittelohrentzündungen die antibiotische Wirkung von Zwiebeln, lange bevor man Sekundäre Pflanzenstoffe kannte.