Unternehmen Verdauung Alle Antworten anzeigen
Knurrt der Magen, wissen wir gleich: Unser Körper ruft nach Nahrung.
Denn jede einzelne Zelle unseres Organismus braucht Energie, damit sie
funktioniert. Und die erhält sie über die Luft, die wir atmen, das
Wasser, das wir trinken, und das Essen, das wir zu uns nehmen. Kleiner
als unsere Zellen selbst sind, müssen Frühstück, Mittagessen und
Abendbrot von unserem Körper zerlegt werden, damit die Nährstoffe sie
überhaupt erreichen können. Deshalb gleicht unser Verdauungsapparat
einem großen Betrieb mit vielen Abteilungen und Angestellten darin, die
Hand in Hand am Fließband arbeiten, damit jede Körperzelle gut versorgt
wird.

Station 1: Anlieferzone Mund
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Bevor unsere Zähne den Apfel oder das Salamibrot erreichen und ...
ein Stück heraus beißen, haben Nase und Augen meist schon eine SMS ans Gehirn gesendet: „Achtung, alle an die Speichelpumpen! Essen kommt!“ Die Speicheldrüsen werden aktiv, uns läuft „das Wasser im Mund zusammen“. Dann geht das Tor auf und die erste Lieferung wird entgegengenommen, das Sägen und Mahlen beginnt. Die Zähne stellen ruck-zuck kleine Stücke her, Enzyme im Speichel bauen Stärke in Zucker um. Sie fixieren auch schon viele schädliche Stoffe wie Schwermetalle, damit sie später vom Darm ausgeschieden werden können.
Während die Zunge die Speise hin- und herwälzt, erfassen tausende Geschmacksknospen die Qualität der „Ware“ und leiten ihre Eindrücke ans Gehirn weiter. Lecker oder ekelhaft? Scharf oder mild? Ob wir weiterkauen oder ausspucken, entscheiden jetzt Geschmack, Konsistenz, Schärfe und Geruch der Speise. Doch nicht nur für unsere betriebseigene Materialprüfung ist es wichtig, jeden Bissen lange zu kauen. Pflanzen- und Fleischfasern werden besser verwertet, die Verdauungsorgane arbeiten effektiver und das Sättigungsgefühl stellt sich früher ein – wichtig für alle, die abnehmen wollen.
Station 2: Förderband Speiseröhre
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Wenn wir gründlich genug gekaut haben und ...
die Speise dank Speichel rutschig genug ist, schlucken wir sie herunter. Dadurch gelangt sie in die Speiseröhre. Die ringförmige Muskulatur um diesen Schlauch zieht sich immer wieder zusammen, der Nahrungsbrei rutscht Stück für Stück tiefer und landet schließlich im Magen.
Station 3: Chemieabteilung Magen
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Mehrere Stunden wird unser Essen im Magen bearbeitet und ...
weiter zerkleinert. Hier geht es nicht zimperlich zu. Magensaft mit Salzsäure spaltet chemische Bindungen in der Nahrung, löst sogar Metalle auf und tötet krankmachende Bakterien. Weitere Werkzeuge in dieser "Halle" sind u. a. Enzyme, die Eiweiße und Fette zerlegen. Durch den Speisebrei dehnt sich die muskuläre Wand des Magens aus. Dieser meldet sich, wenn er voll genug ist und das Sättigungsgefühl tritt ein. Wer dauerhaft zuviel isst, dehnt die Magenwand über ihr natürliches Maß aus – und fühlt sich dementsprechend erst später satt. Richtig verdaut ist unser Essen hier trotz der rüden Behandlung noch lange nicht. Deshalb geht es nun in kleinen Portionen weiter in den Dünndarm.
Station 4: Verdauungszentrale Dünndarm
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6 bis 8 Meter Weg muss die Speise im Dünndarm zurücklegen. Hier findet ...
die Hauptverdauung statt. Sein erster Abschnitt ist zwölf Fingerbreiten lang und mündet in den Gallengang: der Zwölffingerdarm. Er senkt erst einmal wieder den hohen Säuregehalt des Breis. Während die Leber nebenan ohne Unterlass Gallensäure produziert und in der Gallenblase bevorratet, kommt diese gezielt über den Gallengang zur Nahrung und löst hier Fette auf.
Ebenfalls zum Zwölffingerdarm öffnet sich der Pankreas, so heißt die Bauchspeicheldrüse. Sie bildet ein Sekret, das fast alle für den Nahrungsabbau nötigen Enzyme enthält – und das bekannte Insulin (das so heißt, weil es von Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird). Insulin wirkt zusammen mit verschiedenen Hormonen an der Regulierung des Blutzuckergehaltes mit. Ein Mangel an Insulin führt zu Diabetes mellitus.
Unser Dünndarm hätte eine Oberfläche von rund 100 Quadratmetern, wenn man all die Falten und Zotten glattstreichen und messen würde. So viel Platz braucht er, um möglichst viele Nährstoffe aufnehmen zu können, während sich die Nahrung durch ihn hindurch bewegt. Wieder einmal sind es Enzyme, die nun winzigste Bestandteile herauslösen, sodass sie schon hier über die Schleimhaut des Dünndarms ins Blut gelangen können. Eiweiße werden in Aminosäuren zerlegt, Kohlenhydrate u. a. in Glukose – also Zuckerverbindungen –, Fette spalten sich in Fettsäuren und Glycerin. Nährstoffe samt Vitaminen und Mineralien werden gelöst und damit transportierbar.
Station 5: Endverarbeitung Dickdarm
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Im Dickdarm angekommen ist von Apfel und ...
Salamibrot nicht mehr viel übrig. Das meiste restliche Wasser wird hier dem ausgelaugten Brei entzogen. Weil sich aber trotzdem noch nützliche Mineralstoffe darin verbergen, ist der Dickdarm reich an Bakterien, die sich auf die schwerer verdaulichen Reste spezialisiert haben.
So werden über den gesamten Darm die Nährstoffe über das Blut und das Lymphsystem bis in die letzte Körperzelle gebracht. Andererseits verhindert das Verdauungssystem auch, dass schädliche Stoffe hineingeraten – und stellt mit seinen vielen Bakterienkulturen eine Barriere und einen wichtigen Bestandteil unseres Immunsystems dar. Ballaststoffe beschleunigen unter anderem die Darmpassage und verringern dadurch die Kontaktzeit schädigender Nahrungsbestandteile mit der Darmschleimhaut, was das Darmkrebsrisiko senkt. Der unverdauliche, verdickte Speiserest gelangt zum Schluss in den Mastdarm und wird durch den After ausgeschieden.
Es sei an dieser Stelle noch einmal betont, wie bedeutend nicht nur Ballaststoffe, sondern all die verschiedenen Nährstoffe unseres Essens für unseren gesamten Verdauungsbetrieb sind. Denn was wir davon unserem Körper nicht mit hochwertigem und ausgewogenem Essen zuführen, kann er sich selbst nicht herzaubern – und unsere Zellen machen schlapp.
