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Mit dem Herbst beginnt die nasskalte Jahreszeit. Schnupfen, Husten, Halsschmerzen und Heiserkeit nehmen saisonal bedingt spürbar zu – ganz unabhängig von Corona. Dies ist jedes Jahr so. Wer einen Arzt aufsucht, wird von einer Erkältung sieben Tage lang geplagt. Wer nicht hingeht, hat eine Woche damit zu tun. Dieses alte Sprichwort enthält eine interessante Botschaft. Letztlich ist es nämlich das körpereigene Immunsystem, das die Erkältung bekämpft und schließlich besiegt. Echte Heilung ist demzufolge vom Arzt nicht zu erwarten, denn der versucht in aller Regel lediglich die Symptome zu mildern, um die Zeit bis zur körpereigenen Heilung erträglicher zu gestalten. Zum Teil lässt sich dies auch selbst erreichen, wenn man auf traditionelle Hausmittel aus der Natur zurückgreift. Diese alten „Tricks“ können Medikamente unter Umständen gut unterstützen oder – zumindest bei leichteren Verläufen – sogar verzichtbar machen.

Bevor wir einen genaueren Blick auf die bekannten Hausmittel werfen wollen, bedarf es an dieser Stelle aber noch folgendem wichtigen Hinweis: Wer sich ernsthaft krank fühlt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen der Erkrankung abzuklären. Dies gilt insbesondere zu Corona-Zeiten. Wer jedoch nur unter leichteren Erkältungssymptomen leidet, kann diesen gut mit den folgenden altbewährten Hausmitteln zu Leibe rücken.

Salz

Salz ist das klassische Hausmittel bei Schnupfen. Benötigt wird eine 0,9 prozentige Kochsalzlösung, also 0,9 Gramm Kochsalz in 100 ml Trinkwasser oder 9 Gramm in einem Liter Trinkwasser. Das Salz im lauwarmen Wasser auflösen und in ein Nasenspülkännchen füllen. Die Salzlösung tut gleich doppelt gut. Sie unterstützt die Reinigungsfunktion der Nase und hilft unerwünschte Bakterien auszuspülen. Darüber hinaus werden die Nasenschleimhäute befeuchtet. Vorsicht ist jedoch bei entzündeten oder vereiterten Nasennebenhöhlen geboten. Da die Schwellungen den Abfluss verhindern oder zumindest beeinträchtigen können, dürfen in diesem Fall keine Nasenspülungen verwendet werden.

Salz eignet sich auch hervorragend für Inhalationen. Dazu gibt man 9 Gramm Salz in einen Topf mit dampfendem Wasser. Mit einem Handtuch über dem Kopf bei gebührendem Sicherheitsabstand über den heißen Dampf beugen. Dann etwa zehn Minuten lang mit geöffnetem Mund tief einatmen.

Salbei

Halsschmerzen in Verbindung mit unangenehmen Schluckbeschwerden gehören zu den häufigsten Erkältungssymptomen. Hier helfen die ätherischen Öle vieler Heilpflanzen, da sie zumeist entzündungshemmend und desinfizierend wirken. Ein prominentes Beispiel ist der Salbei, der 2003 als „Heilpflanze des Jahres“ ausgezeichnet wurde. Eine Gurgellösung aus Salbei schafft Linderung und ist dabei sehr leicht herzustellen. Einfach 2 bis 3 Salbeiblätter klein schneiden und mit 100 ml kochendem Wasser aufgießen. Die Lösung etwa zehn Minuten ziehen und abkühlen lassen. Dann bei lauwarmer Temperatur kräftig damit gurgeln.

Thymian

Bei Hustenreiz eignet sich besonders Thymian als natürliches Gegenmittel – ob als Tee, Gurgellösung oder zur Inhalation. Das in den Blättern enthaltene ätherische Öl vermag den in den Bronchien festsitzenden Schleim zu lösen. Inhalationen mit 5 bis 10 Tropfen reinen Thymian-Öls sind besonders am Abend zu empfehlen, um die Aussichten auf erholsamen Schlaf zu verbessern. Bei Inhalationen mit ätherischen Ölen sollte man sich aber den heißen Dämpfen grundsätzlich vorsichtig und mit geschlossenen Augen nähern, da die heißen Öle eine reizende Wirkung entfalten können.

Ingwer

Ingwer ist ein uraltes chinesisches Heilmittel gegen Erkältungen. Das Wurzelgewächs enthält neben Vitaminen, Eisen, Calcium und Kalium auch ätherische Öle und Gingerole. Bei letzten handelt es sich um Scharfstoffe, denen eine antivirale und antibakterielle Wirkung nachgesagt wird. Abschließend ist dies noch nicht durch ausreichende Studien belegt. Fest steht aber, dass diese Scharfstoffe die Durchblutung fördern. Wissenschaftler vermuten, dass dies einen schnelleren Abtransport von Entzündungsbotenstoffen zur Folge hat. Dadurch können Erkältungssymptome rascher abklingen. Für die Zubereitung eines Ingwertees benötigt man ein ca. 2 cm langes Ingwerstück. Dieses nach dem Schälen in dünne Scheiben schneiden und in eine Tasse geben. Anschließend Wasser zum Kochen bringen und ein wenig abkühlen lassen, bevor es über den Ingwer gegossen wird. Den Tee vor dem Trinken etwa 5 Minuten ziehen lassen. Bei Übelkeit oder Unwohlsein die Ingwerscheiben hingegen nur 30 Sekunden ziehen lassen.

Zwiebeln

Zwiebeln sind bei Erkältungsbeschwerden besonders vielseitig einsetzbar. Sie können sowohl bei Husten als auch bei Ohrenschmerzen helfen. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen ätherischen Öle, die abschwellend und schleimlösend wirken. Darüber hinaus besitzt die Zwiebel auch desinfizierende Eigenschaften. Um Husten zu bekämpfen, eignet sich ein aus Zwiebeln und Honig hergestellter Sirup. Dazu 2 bis 3 Zwiebeln in kleine Würfel schneiden und mit 2 bis 3 Esslöffeln Honig vermischen. Die Masse dann für mindestens 5 Stunden ziehen lassen. Danach durch ein sauberes Baumwolltuch pressen und die Flüssigkeit auffangen. Fertig ist der eigene Hustensirup. Aber Achtung: Dieser darf nicht von Säuglingen und Kleinkindern verzehrt werden, da Honig für kleinere Kinder und Säuglinge gefährlich sein kann.

Bei Ohrenschmerzen und Mittelohrentzündung können kleingehackte und über Dampf oder in der Mikrowelle erwärmte Zwiebeln schmerzlindernd wirken. Die Zwiebeln in ein Säckchen füllen und diesen auf den Knochen hinter dem Ohr legen.

Senf

Auch Senf kann als Hausmittel gute Dienste leisten. Allerdings nicht der Senf, den wir aus der Tube oder dem Glas kennen, sondern Senfmehl, das beispielsweise in Apotheken erhältlich ist. Senf enthält scharfe ätherische Öle, die die Durchblutung anregen. Außerdem wirken sie schleimlösend und leicht desinfizierend. Für einen Senfmehl-Umschlag vermengt man 100 bis 200 Gramm Senfmehl mit warmem Wasser zu einem dicken Brei. Diesen dann in der Mitte eines Baumwolltuches auftragen. Gut geeignet sind hierfür zum Beispiel Geschirrtücher. Die Seitenränder des Tuches einschlagen und den warmen Umschlag dann auf Brust oder Rücken legen. Fünf bis maximal zehn Minuten Anwendungszeit sollten nicht überschritten werden, um Rötungen oder gar Brennen auf der Haut zu vermeiden. Bei Menschen mit empfindlicher Haut und bei Jugendlichen sollte die Anwendungsdauer reduziert werden, ebenso wenn das Wärmegefühl auf der Haut zu stark wird. Nach Anwendung sollte die Paste mit einem feuchten Tuch entfernt werden.

Hühnersuppe

Heiße Hühnerbrühe ist ein wahrer Klassiker bei Erkältungen. Dies verdankt die Suppe dem Eiweiß Cystein, das nicht nur entzündungshemmend wirkt, sondern auch für ein Abschwellen der Schleimhäute sorgt. Ganz nebenbei sorgt die schmackhafte Suppe auch für die Zufuhr von extra Flüssigkeit, was bei grippalen Infekten besonders wichtig ist. Darüber hinaus enthält sie die gesundheitsfördernden Vitamine A und E.

Wadenwickel

Abschließend noch ein bewährtes Hausmittel gegen Fieber, das einfacher kaum sein könnte: Der Wadenwickel. Dazu werden Tücher in kaltem Wasser getränkt und nach dem Auswringen um die Wade gewickelt. Circa fünf Minuten wirken lassen und den Vorgang wiederholen. Dabei das Fieber beobachten und die Temperatur langsam senken, da sonst Kreislaufprobleme entstehen können.

Fazit

Es muss nicht immer gleich der Griff zum Medizinschrank sein. Gerade bei Erkältungen bietet die Natur eine ganze Reihe von wirkungsvollen Hausmitteln, die sich über Generationen bewährt haben. Sie bieten beste Aussicht auf gesunde und schonende Linderung der Symptome. Ebenfalls ein probates Hausmittel: Sorgen Sie dafür, dass der Körper ausreichend Vitalstoffe zur Verfügung hat, denn gerade bei Erkältungen werden diese vermehrt benötigt. Grundsätzlich sollte aber dauerhaft auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung geachtet werden, denn das ist die beste Vorbeugung.