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Die meisten Lebensmittel haben das ganze Jahr über Saison und sind entsprechend dauerhaft erhältlich. Dennoch gibt es auch Lebensmittel, die nur in einem ganz bestimmten Zeitraum nachgefragt werden, genau genommen zur Weihnachtszeit. Dominosteine, Spekulatius und Lebkuchen sind wohl die prominentesten Beispiele dafür. Es hat vor allem mit Tradition zu tun, dass diese Lebensmittel so eng mit dem Fest der Liebe verbunden sind. Sie dürfen auf den „Bunten Tellern“, die in der Adventszeit überall auf den Wohnzimmertischen zu bewundern sind, einfach nicht fehlen. Denn die Weihnachtszeit ist auch die Zeit der Süßigkeiten und die „Bunten Teller“ laden unmittelbar dazu ein, direkt zuzugreifen. Aspekte einer gesunden Ernährung spielen da eine eher untergeordnete Rolle.

Wir wollen trotzdem einmal einen Blick auf die „Bunten Teller“ werfen, ohne dabei den ernährungswissenschaftlichen Zeigefinger zu sehr zu erheben. Sie pauschal als ungesund abzustempeln, würde ihrer Idee übrigens nicht gerecht. Im Gegenteil, denn die Bezeichnung „bunt“ bezieht sich ja nicht nur auf ihre Farbpracht, sondern vor allem auf die Vielfalt der darauf befindlichen Leckereien.

Mandarine oder Clementine? Der Unterschied liegt nicht nur im Namen

Die wie Miniorangen anmutenden Früchte sind für den Obstanteil auf den „Bunten Tellern“ verantwortlich. Viele Menschen halten Mandarine und Clementine für zwei unterschiedliche Namen derselben Frucht. Tatsächlich unterscheiden sie sich aber doch. Es wird vermutet, dass die Clementine aus einer Kreuzung zwischen Mandarine und Pomeranze (Bitterorange) entstanden ist. Der vielleicht größte Vorteil der Clementine aus Verbrauchersicht besteht darin, dass sie im Gegensatz zur Mandarine nahezu kernlos ist. Mandarinen weisen eine ähnlich runde Form wie Orangen auf. Clementinen sind dagegen eher ellipsenförmig und vergleichsweise flach, die Schale ist etwas heller und dünner als die der Mandarine. Die Clementinenschale sitzt aber wesentlich fester und lässt sich daher schwerer lösen – ein Vorteil, der beim Erwerb ebenfalls eine Rolle spielen kann. Die robustere Schale der Clementinen sorgt nämlich für eine längere Haltbarkeit (bis zu zwei Monate). Mandarinen werden dagegen bereits nach zwei Wochen bitter und ungenießbar.

Abgesehen davon ist es letztlich Geschmackssache, welcher der beiden Früchte man den Vorzug gibt. Die Mandarine schmeckt etwas herber, dafür deutlich intensiver. Im Hinblick auf die Nährwerte sind dagegen keine nennenswerten Unterschiede festzustellen. Beide enthalten zwar Fruchtzucker, aber auch eine ganze Reihe an Vitaminen und Mineralstoffen. Das macht sie zweifellos zu einer gesunden Nascherei.

Nüsse – harte Schale, toller Kern!

Auch Nüsse haben zur Weihnachtszeit Hochsaison. Entsprechend tummeln sich die unterschiedlichsten Arten von ihnen auf den „Bunten Tellern“. Und das ist auch aus ernährungswissenschaftlicher Sicht – trotz ihres hohen Fettgehaltes – sehr zu begrüßen. Denn die enthaltenen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren leisten sehr wertvolle Dienste für unseren Organismus. Eine Portion täglich, das entspricht etwa 25 g, gilt durchaus als empfehlenswert. So gesehen lassen sich die Nüsse ohne Zweifel als die eigentlichen Schätze auf den „Bunten Tellern“ betrachten.

Verwirrend ist mitunter die Klassifizierung von Nüssen, die botanisch betrachtet zum Obst gezählt werden. Im Gegensatz zu den meisten anderen Obstsorten enthalten Nüsse aber nur sehr wenig Wasser, dafür umso mehr Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Mineralstoffe wie Kalium, Natrium, Magnesium und Phosphor sind ebenso wie Vitamine (vornehmlich Vitamin E und B-Vitamine) enthalten. Doch ist längst nicht alles, was wir für eine Nuss halten, wissenschaftlich betrachtet auch eine. Die Erdnuss zählt beispielsweise zu den Hülsenfrüchten. Laut botanischer Definition verfügen Nüsse über drei verholzte Schichten als Fruchtwand und fallen geschlossen vom Baum. Zu den echten Nüssen zählen demnach Walnüsse, Haselnüsse, Macadamianüsse und Maronen.

Auch wenn sie gesund sind, sollten Nüsse – ob echt oder nicht – aus Gründen der Kalorienzufuhr nur in vernünftiger Menge genossen werden. Es empfiehlt sich, die Nüsse selber zu knacken. Denn aufgrund des zusätzlichen Arbeitsschrittes isst man tendenziell weniger auf einmal.

Lebkuchen – Honig trifft Orient

Bereits seit einigen Jahrhunderten sind Lebkuchen eng mit der Weihnachtszeit verbunden. Ihre heutige Form kennen wir seit dem Jahr 1296. Zu dieser Zeit tauchten sie in Ulm erstmals als Pfefferkuchen auf. Etwa 100 Jahre später begannen sie ihren Siegeszug in Nürnberg und wurden zu einem wahren Synonym für Weihnachtsgebäck. Die Nürnberger Händler nutzen ihr damaliges Monopol auf den Gewürzhandel. Zudem war Nürnberg auch für seinen Honig aus den großen nahegelegenen Wäldern bekannt. Aus Honig und den orientalischen Gewürzen entstanden dann die köstlichen Kuchen. Bis heute sind Nürnberger Lebkuchen zusammen mit Aachener Printen die bekanntesten und begehrtesten Varianten der Honigkuchen. Allen ist gemeinsam, dass sie ohne Hefe zubereitet werden. Als Triebmittel dienen stattdessen Hirschhornsalz oder Pottasche, die für einen leicht bitteren Geschmack des Teiges sorgen. Das Hauptqualitätskriterium ist der Haselnuss- oder Mandelanteil, der bei hochwertigen Produkten mindestens bei 12,5 % liegt.

Bemerkenswert ist der relativ geringe Fettgehalt von Lebkuchen, sofern auf einen Schokoladenüberzug verzichtet wird. Die enthaltenen typischen Gewürze Anis, Kardamom, Nelken, Koriander, Piment, Ingwer und Zimt beruhigen den Magen, wirken entkrampfend und regen sowohl die Verdauung als auch die Gallenfunktion an. Der hohe Nussanteil ist für den ordentlichen Anteil an Ballaststoffen verantwortlich. Insgesamt sind Lebkuchen als Beilage zum Adventskaffee also durchaus zu empfehlen, zumal sie schnell sättigen. Das ist auch gut so, denn zu den kalorienarmen Lebensmitteln zählen sie nicht gerade. Lebkuchen lassen sich am besten in einer verschließbaren Dose aufbewahren, denn darin bleiben sie über einen relativ langen Zeitraum schön saftig.

 Spekulatius – es war einmal eine Bilderbuchgeschichte

Weihnachtszeit ist Plätzchen-Zeit. Neben den unzähligen selbstgebackenen Kreationen gehört Spekulatius zu den wohl bekanntesten Weihnachtsplätzchen. Ursprünglich soll das flache Formgebäck aus gewürztem Mürbeteig aus den Niederlanden und Belgien stammen. Für den typischen Geschmack sind die Gewürze Kardamom, Gewürznelke und Zimt verantwortlich. Durch vermehrte Zugabe bestimmter Zutaten ergeben sich verschiedene Variationen, wie beispielsweise Mandelspekulatius oder Butterspekulatius. So oder so enthält Spekulatius viel Zucker und Butter. Der Verzehr empfiehlt sich daher nur in Maßen.

Interessant ist eine Eigenschaft, die mit Ernährungsfragen gar nichts zu tun hat. Sieht man sich die Spekulatius-Plätzchen genau an, fallen die figürlichen Darstellungen ins Auge. Sortiert man die einzelnen Plätzchen und bringt sie in die richtige Reihenfolge, ergibt sich die Nikolausgeschichte. Dies ist eine alte Tradition, die heute zumeist nicht mehr verfolgt wird. Fast ein bisschen schade.

Schokolade – ein Stück vom Glück

Auf den „Bunten Tellern“ ist Schokolade nicht wegzudenken. Diesen besonderen Genuss verdanken wir ursprünglich den Azteken und den Maya, die entdeckten, wie sich Kakao aus Kakaobohnen produzieren lässt. Der von ihnen daraus hergestellte ungesüßte Trunk hat mit der heutigen Industrieschokolade allerdings nur noch sehr wenig gemein.

Oft wird Schokolade wie ein Mythos verehrt. Nicht wenige behaupten, sie mache glücklich oder fördere die Konzentration. „Schokolade isst man nicht, man gönnt sie sich“ – diese weit verbreitete Einstellung zeigt tatsächlich die psychologische Kraft, die die Schokolade begleitet. Aus rein wissenschaftlicher Sicht ist dunkle Schokolade eindeutig zu bevorzugen, denn es gilt folgende einfache Faustregel: Je höher der Kakaoanteil, desto weniger Zucker ist enthalten und desto bitterer schmeckt die Schokolade. Die in der Kakaomasse enthaltenen Flavanole können die Gefäße nachweislich elastischer machen und sich positiv auf den Blutdruck auswirken.

Unstrittig ist aber auch die Kehrseite der Schokolade. Sie besitzt nämlich einen sehr hohen Fett- und Zuckeranteil. Ein einfaches Zahlenbeispiel veranschaulicht dies: Eine 100-Gramm-Tafel Vollmilchschokolade enthält 56 Gramm Zucker, das entspricht 22,5 Zuckerwürfeln. Entsprechend hoch ist mit 526 auch die Kalorienzahl. Wer sich Schokolade gönnen möchte, sollte es bei kleinen Mengen belassen und – wie bereits erwähnt – möglichst Produkte mit hohem Kakaoanteil wählen.

Fazit

Naschen tut der Seele gut. Bei der Auswahl der Leckereien für den „Bunten Teller“ zur Weihnachtszeit ist es aber ratsam, auf eine ausgewogene Zusammenstellung zu achten. Denn so sieht der Weihnachtsteller nicht nur schön aus, sondern liefert auch einen guten Mix aus gesunden und süßen Weihnachtsleckereien.