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Ernährungsmythos: Honig & Co. sind gesünder als Zucker!

Der Zucker hat eine erstaunliche Karriere hingelegt. So entwickelte er sich im Laufe der Geschichte von einem wertvollen Luxusgut hin zu billiger Massenware, welche von der Lebensmittelindustrie nur allzu gerne eingesetzt wird. Kaum ein Fertigprodukt kommt ohne Zucker aus und der Konsum ist auf ein bedenkliches Niveau gestiegen. Der übermäßige Verzehr macht nicht nur dick, sondern auch krank. Aus diesem Grund wird häufig auf süßende Alternativen wie Honig oder Agavendicksaft zurückgegriffen. Aber ist dies wirklich der gesündere Weg?

Pflege ist nicht alles

Zucker schadet den Zähnen. Er greift den Zahnschmelz an und führt so zu Karies. Doch auch wer immer fleißig seine Zähne putzt ist vor den Auswirkungen einer zu hohen Zuckerzufuhr nicht geschützt. Denn zu viel Zucker fördert die Entstehung weiterer ernster Erkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Fettleibigkeit sowie die Verfettung der Leber. Die Weltgesundheitsorganisation schlägt Alarm und empfiehlt für ein gesundes Leben maximal 24 g Zucker pro Tag. Mit durchschnittlichen 100 g Zucker pro Tag, das entspricht rund 34 Zuckerwürfeln, sieht die Realität allerdings anders aus und wir essen weitaus mehr der süßen Kristalle als eigentlich gut für uns ist. Viele sehen die Lösung in Honig, Sirup und Pflanzendicksaft, als natürliche Alternative zum schädlichen Industriezucker. Doch leider helfen auch die süßen Alternativen bei der Zuckerreduktion nicht weiter. Denn wenn man genauer hinschaut, bestehen auch sie letztendlich aus kleinen Zuckerbausteinen.

Warum Honig und Agavendicksaft nicht besser sind

Wenn wir von Zucker sprechen, meinen wir zumeist den klassischen weißen Haushaltszucker. Dieser wird entweder aus Zuckerrüben oder Zuckerrohr gewonnen und besteht aus dem Zweifachzucker Saccharose. Im Zuge der Verdauung wird Saccharose in die einzelnen Bestandteile Glukose (Traubenzucker) und Fruktose (Fruchtzucker) aufgespalten. So liefert der Zucker zwar schnelle Energie, aber keinen weiteren ernährungsphysiologischen Mehrwert. Zuckeralternativen wie Honig und Sirup setzen sich überwiegend aus einem Gemisch der genannten Zuckerverbindungen und Wasser zusammen. Problematisch ist insbesondere bei Sirupen wie Agavendicksaft und Ahornsirup der hohe Anteil an freivorliegender Fruktose. Wird die Fruktose nicht unverzüglich als Energielieferant herangezogen, führt dies zu Speicherung in der Leber und der Zucker wird zu Fett umgebaut. Ein übermäßiger Fruktosekonsum kann so eine zunehmende Verfettung der Leber begünstigen, was die Organfunktion beeinträchtigt und das Risiko für weitere Zivilisationskrankheiten erhöht. Auch Honig enthält große Mengen des Fruchtzuckers, allerdings sind zusätzlich verschiedene Mineral- und Bienenstoffe enthalten, durch die dem Honig eine leicht antibakterielle sowie entzündungshemmende Wirkung zugeschrieben wird. Dank des Wasseranteils liefern Sirup und Honig zumeist weniger Kalorien als der Haushaltszucker. Allerdings müssen sie aufgrund ihrer reduzierten Süßkraft in vergleichsweise größeren Mengen eingesetzt werden, um dieselbe Süße zu erzielen.

Fazit:

Wer aus gesundheitlichen Gründen mit weniger Zucker auskommen möchte, der sollte auf eine ganzheitliche Zuckerreduktion setzen. Zwar gibt es zahlreiche natürliche Alternativen zum herkömmlichen Haushaltszucker, doch der erhoffte bessere Gesundheitswert ist leider nicht vorhanden. Auch wenn Honig beispielsweise verschiedene Mikronährstoffe enthält, sind diese in zu geringem Maße enthalten, um zur täglichen Bedarfsdeckung beizutragen. Die Wahl des passenden Süßungsmittels ist somit eher eine Geschmacksfrage und generell gilt, dass mit sämtlichen süßenden Lebensmitteln sparsam umgegangen werden sollte.

 

Kurze Zusammenfassung?
Haben wir: Stimmt das? Honig und Agavendicksaft sind gesünder als Zucker!