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Die Nährwerttabelle lesen: was die Zahlen auf dem Etikett bedeuten

Auf der Rückseite jeder Flasche stehen vier Zahlenspalten. Die erste Frage dazu lautet fast immer: Welche Spalte gilt eigentlich für mich? Und warum steht bei Vitamin D 400 Prozent, wenn 100 Prozent doch reichen müssten? Beides ist in wenigen Minuten geklärt.

Warum die Werte pro 100 ml auf dem Etikett stehen

Die Angabe pro 100 ml ist Pflicht. Die EU-Lebensmittelinformationsverordnung schreibt sie für Lebensmittel vor, damit du zwei Produkte im Regal miteinander vergleichen kannst. Für dich in der Anwendung ist genau diese Spalte die unwichtigste.

Der Grund liegt in der Zubereitung. Die Cellagon-Mikronährstoffkonzentrate werden mit Wasser verdünnt. Als Beispiel wird Cellagon aurum im Verhältnis 1+12 gemischt, also ein Teil Konzentrat auf zwölf Teile Wasser. 100 ml Fertiggetränk bestehen damit rechnerisch aus 7,7 ml Konzentrat und 92,3 ml Wasser. Eine Menge, die so niemand trinkt.

Wichtig dabei: Alle Werte in der Tabelle beziehen sich auf das fertig gemischte Getränk, nicht auf das Konzentrat in der Flasche.

Die Tagesportion ist deine Zahl

Eine Tagesportion von bspw. Cellagon aurum sind 20 ml Konzentrat in 240 ml Wasser, zusammen 260 ml Fertiggetränk. Was du damit aufnimmst, steht in der Spalte pro Tagesportion. Bei Cellagon aurum sind das unter anderem 160 mg Vitamin C, 20 µg Vitamin D und 3,8 µg Vitamin B12, dazu 16 weitere Vitamine und Mineralstoffe. Eine Flasche enthält 25 solcher Portionen.

Wer nach den ersten 100 Tagen auf die halbe Portion umstellt, also 10 ml Konzentrat in 120 ml Wasser, nimmt entsprechend die Hälfte davon auf.

RM heißt Referenzmenge, nicht Tagesbedarf

Das Kürzel RM steht für Referenzmenge für die tägliche Zufuhr. Dahinter steckt ein EU-weit einheitlicher Vergleichswert, festgelegt im Anhang XIII der Lebensmittelinformationsverordnung. Seine Aufgabe ist die Kennzeichnung.

Was die Referenzmenge nicht ist: eine persönliche Empfehlung.

Warum es zwei verschiedene Zahlen für denselben Nährstoff gibt

Neben den Referenzmengen für die Lebensmittelkennzeichnung gibt es Referenzwerte von Fachgesellschaften zur Orientierung für die Nährstoffzufuhr. Diese werden beispielsweise von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE) herausgegeben. Diese Referenzwerte berücksichtigen Unterschiede nach Alter, Geschlecht und Lebensphase und werden regelmäßig auf Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse überprüft und aktualisiert.

Beide Zahlen sind richtig. Sie beantworten nur verschiedene Fragen. Die Referenzmenge regelt, wie ein Produkt gekennzeichnet werden muss. Der DGE/ÖGE-Referenzwert sagt, was Fachgesellschaften für die tägliche Zufuhr ansetzen. Zwei Beispiele von Cellagon aurum machen den Unterschied greifbar:


Nähr­stoff Menge pro Tages­portion Referenz­menge (RM) Anteil an der RM DGE/ÖGE-Referenz­wert Anteil am DGE/ÖGE-Referenz­wert
Vitamin B12 3,8 µg 2,5 µg 150 % 4,0 µg 95 %
Vitamin D 20 µg 5 µg 400 % 20 µg 100 %

Bei Vitamin B12 liegen die beiden Bezugsgrößen nah beieinander. Bei Vitamin D klaffen sie um den Faktor vier auseinander.

400 Prozent Vitamin D, ist das zu viel?

Nein. Die 400 Prozent entstehen, weil die Referenzmenge für Vitamin D mit 5 µg sehr niedrig angesetzt ist. Rechnest du die 20 µg aus einer Tagesportion von Cellagon aurum gegen den Referenzwert der DGE und ÖGE, kommst du auf genau 100 Prozent. Die DGE empfiehlt für Jugendliche und Erwachsene 20 µg Vitamin D pro Tag, wenn der Körper kein Vitamin D über die Haut bildet.

Für die Frage, ob eine Menge gesundheitlich zu hoch sein könnte, ist deshalb ein anderer Wert wichtig. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nennt für Erwachsene eine tolerierbare Höchstaufnahmemenge von 100 µg Vitamin D pro Tag. Dabei wird die gesamte tägliche Aufnahme berücksichtigt – also Vitamin D aus Lebensmitteln, angereicherten Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln.

Ein Blick in dieselbe Spalte der Tagesportion zeigt, dass nicht alle Werte der Mikronährstoffe auf Maximum gestellt sind. Niacin kommt auf 75 Prozent des DGE/ÖGE-Referenzwertes, Folsäure auf 100 Prozent, Magnesium und Selen auf 20 Prozent.

Häufige Fragen

Auf das fertig gemischte Getränk. Grundlage ist das Mischverhältnis bspw. bei Cellagon aurum 1+12, also ein Teil Konzentrat auf zwölf Teile Wasser. Werte für das Konzentrat allein stehen nicht in der Tabelle.

Die Spalte pro Tagesportion. Sie zeigt, was du bspw. mit 260 ml Fertiggetränk bei Cellagon aurum aufnimmst. Die Spalte pro 100 ml ist eine gesetzliche Pflichtangabe und dient dem Vergleich verschiedener Lebensmittel.

RM steht für Referenzmenge für die tägliche Zufuhr. Das ist ein EU-weit einheitlicher Vergleichswert für Erwachsene aus dem Anhang XIII der Lebensmittelinformationsverordnung. Er dient der Kennzeichnung und ist keine persönliche Verzehrempfehlung.

Menge geteilt durch Referenzmenge, mal 100. Beispiel Vitamin B12: 3,8 µg geteilt durch 2,5 µg ergibt 1,52, auf dem Etikett gerundet 150 Prozent der Referenzmenge.

Weil beide Werte aus unterschiedlichen Systemen kommen. Die Referenzmenge von 5 µg gehört zur Kennzeichnungssystematik. Die DGE nennt seit 2012 einen Schätzwert von 20 µg pro Tag, wenn der Körper kein Vitamin D über die Haut bildet.

Alle Mengen halbieren sich. 10 ml Konzentrat in 120 ml Wasser liefern die Hälfte der in der Tabelle genannten Nährstoffmengen.

Nein. Die Prozentangabe bezieht sich auf einen Kennzeichnungswert und nicht auf eine Obergrenze. Zur Einordnung nach oben dienen die tolerierbaren Höchstaufnahmemengen der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), bei Vitamin D sind das 100 µg pro Tag.

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